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39 5 Q2 Traumberuf Büroangestellte? Die Angestellte E. A. Klockenberg berichtet 1926 über ihre Arbeit: Ich begann meine Tätigkeit als Maschinenschreiberin mit 17 Jahren in einem Abschriftenbüro, wo ich stundenlang Maschinendiktate schrieb und den Handabzugsapparat1 bediente. Zu Beginn des dritten Jahres hatte ich derartige Schmerzen in den Fingern, Händen, Armen und Rücken, dass ich die Stellung aufgeben musste. Zitiert nach: Ursula Nienhaus: Berufsstand weiblich, Berlin 1982, S. 25 f. 1 Handabzugsapparat: mechanisches Gerät zum Vervielfältigen von Textblättern 1. Beschreibe die Veränderungen, die es für Frauen seit 1918 in Deutschland gegeben hat. 2. Erläutere Merkmale der „Neuen Frau“ in den Bildern dieser Seite. 3. Beschreibe, wie sich die technische Entwicklung und Veränderung in der Arbeitswelt auf die Berufstätigkeit und das Selbstbild der Frauen auswirkten. 4. Organisiert ein damals mögliches Streitgespräch über die Veränderungen in Beruf, Privatleben und Selbstverständnis der Frauen zwischen jungen Leuten und älteren Menschen, deren Denken noch im Kaiserreich verwurzelt ist. 5. Diskutiert über die Gründe, weshalb sich in der Weimarer Zeit, in der Zeit des Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit bis heute die Gleichberechtigung und das Bild der „Neuen Frau“ nur schwer oder gar nicht durchsetzten. Q4 Lotte am Scheidewege Karikatur von Karl Arnold in der satirischen Zeitschrift „Simplicissimus“, 1925. Q3 „Niedergang der Frau“ Der Wirtschaftswissenschaftler und Statistiker Richard Korherr (1903 1989), später Leiter des statistischen Amtes der SS, kritisiert moderne Entwicklungen: Die Neuberliner Dame, emanzipiert, frei, auch in sexueller Beziehung, sinkt durch die gewollte Loslösung vom weiblichen Wesen immer tiefer herab. Sie ist nicht mehr Weib, kann aber auch nicht Mann sein. Ihre kulturelle und gesellschaftliche Stellung geht ständig zurück. […] Das Girl, die Junggesellin, die Konkubine1, die bessere Dirne – die Hetäre2 Roms –, die Ehedirne, die nicht mehr Mutter sein will: das alles kündet einen Verfall, einen Niedergang der Frau an […]. Richard Korherr: Berlin. Die neue Weltstadt, in: Süddeutsche Monatshefte, Jg. XXVII (1929/30), S. 391 f. 5 10 Q5 Die „Neue Frau“ im Straßenverkehr Foto aus den 1920er-Jahren. 1 Konkubine: Geliebte (abwertend gemeint) 2 Hetäre: in der Antike: gebildete Geliebte; auch anderes Wort für Prostituierte 30003_1_1_2015_008_059_kap01.indd 39 05.02.15 08:22 Nu r z u Pr üf zw ec ke n Ei ge nt um d es C .C . B uc hn er V er la gs | |
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