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53 M1 Vom parlamentarischen System zur autoritären Diktatur Jahr Reichstagssitzungen Gesetze Notverordnungen 1930 94 98 5 1931 41 34 44 1932 13 5 66 M2 Wer war schuld am Untergang der Republik? Der Historiker Eberhard Kolb urteilt 2009: Mit dem Übergang zum Präsidialsystem wurde eine Abwendung von der parlamentarischen Regierungsweise vollzogen und die Position der republiktreuen und staatsbejahenden Kräfte empfindlich geschwächt […]. Die NSDAP war nur siegreich, weil die alten Eliten in Großlandwirtschaft und Industrie, Militäraristokratie und Großbürgertum zur autoritären Abkehr von Weimar entschlossen waren und glaubten, die nationalsozialistische Bewegung für sich benutzen zu können. […] Im Kampf gegen Demokratie, Parlamentarismus und organisierter Arbeiterschaft war die NSDAP für sie ein akzeptabler Bundesgenosse. […] Nicht der Arbeiterschaft und ihren Organisationen, der immer stärker schrumpfenden Gruppe der republiktreuen bürgerlichen Demokraten und dem Lager des politischen Katholizismus ist der Untergang der Republik anzulasten, sondern den nationalistischen und autoritären Gegnern der Weimarer Demokratie […]. Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik, München 72009, S. 153 ff. Q3 Politisch zerstritten – einig im Mieterstreik Foto aus einem Arme-Leute-Quartier in der Köpenicker Straße in Berlin, September 1932. Q2 Mutter Germania ertrinkt – während ihre Söhne sich darüber streiten, wer ihr den Rettungsring zuwerfen soll Karikatur von Erich Schilling in der satirischen Zeitschrift „Simplicissimus“ vom 9. Oktober 1932. 1. Trage in einen Zeitstrahl 1930 bis 1933 Ereignisse ein, die Merkmale für das Ende des parlamentarischen Systems waren. 2. Finde heraus, aus welchen Parteien und Gruppen der Stimmberechtigten die NSDAP seit 1928 viele Stimmen erhielt (vgl. auch S. 24, M1). 3. Ermittle Kombinationsmöglichkeiten für parlamentarische Mehrheiten im Reichstag seit 1930. Überprüfe die Koalitionsfähigkeiten und beurteile ihre Handlungsfähigkeiten. 4. Vergleicht die gemeinsamen Anteile für SPD und KPD mit der Stärke der NSDAP bei den Reichstagswahlen 1928 bis 1932. Beurteilt, welche Bedeutung die Uneinigkeit und Zerstrittenheit der Arbeiterparteien für das Scheitern der Weimarer Republik hatte (vgl. auch S. 24/25). 5. Beschreibt die Szene in Q2 und versucht, die Aussage des Karikaturisten herauszufi nden. Bei den Figuren handelt es sich – im Uhrzeigersinn von rechts oben – um Franz von Papen, Vertreter des Zentrums, der NSDAP, der KPD und der SPD. Beurteilt, ob das Bild nach eurer Kenntnis die Situation zutreffend kennzeichnet, und diskutiert, ob es Möglichkeiten gegeben haben könnte, die Demokratie in Deutschland zu retten oder zumindest die Herrschaft der NSDAP zu verhindern. 6. Diskutiert die Frage, ob die Weimarer Demokratie schicksalhaft scheiterte oder von einfl ussreichen Gruppen zerstört wurde. 5 10 15 20 Lesetipp: Klaus Kordon: Mit dem Rücken zur Wand, Neuaufl ., Weinheim und Basel 2012 (Zweiter Band der Trilogie um die sozialdemokratische Familie Gebhard. Für den 14-jährigen Turner Hans, der mit einem jüdischen Mädchen befreundet ist, werden die Nazianhänger zunehmend zum Problem. Auch als gekürzte Schulausgabe und als Hörbuch erhältlich.) 30003_1_1_2015_008_059_kap01.indd 53 05.02.15 08:22 Nu r z u Pr üf zw ec ke n Ei ge nt um d es C .C . B uc hn er V er la gs | |
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